Behinderten­session 2026

Leichte Sprache

44 gewählte Parlamentarinnen und Parlamentarier mit Behinderungen brachten ihre Perspektiven und politischen Anliegen direkt ins Bundeshaus. Am 21. Oktober 2026 nahmen sie für einen Tag im Nationalratssaal in Bern Platz. Nationalratspräsident Pierre-André Page lud zur zweiten Behindertensession der Schweiz ein.

Für die politische Mitsprache von Menschen mit Behinderungen

Pro Infirmis organisierte die Behindertensession 2026, um die politische Teilhabe und Inklusion von Menschen mit Behinderungen zu stärken. Dafür braucht es mehr Menschen mit Behinderungen in der Politik. Nicht als «Sonderfall», sondern als Vertreterinnen und Vertreter von 22 % der Schweizer Bevölkerung. Denn wenn sie nicht mitentscheiden, entstehen Sonderlösungen, wo es längst Lösungen für alle Menschen geben könnte.

Die Session ist Teil des Projekts Forum22 von Pro Infirmis. Das Netzwerk verbindet und unterstützt politisch engagierte Menschen mit Behinderungen aus der ganzen Schweiz.

Politische Forderungen und Petitionen

Die 44 Parlamentarier und Parlamentarierinnen erarbeiteten in vier Kommissionen konkrete politische Forderungen und formulierten je vier Petitionen. Für das Präsidium der Kommissionen wurden vorab die Nationalräte Christian Lohr, Islam Alijaj und Philipp Kutter sowie Grossrätin Maud Theler angefragt.

An der Behindertensession wurde über die Forderungen sowie über vorab eingereichte Änderungsanträge abgestimmt. Die verabschiedeten Petitionen werden anschliessend an das Parlament und den Bundesrat überwiesen.

Die Petitionen





Programm

Am 21. Oktober 2026 von 09:45 bis 17:00 Uhr fand die Behindertensession im Nationalratssaal statt.

Tagesprogramm

 UhrzeitProgrammpunkt
  09.45-10.00Begrüssungsreden
  10.00-11.00Petitionen und Anträge der Kommission Zugänglichkeit, Information und Mobilität
  11.30-12.30Petitionen und Anträge der Kommission Bildung, Ausbildung und Arbeit
  14.00-15.00Petitionen und Anträge der Kommission Wohnen, Freizeit und Kultur
  15.30-16.30Petitionen und Anträge der Kommission Gesundheit, Recht und politische Teilhabe
  16.30-17.00Abschlussreden und Übergabe der Petitionen

Häufige Fragen


Der Name «Behindertensession» wurde bereits für die erste Session 2023 bewusst gewählt. Die vorbereitende Kommission aus Selbstvertreterinnen und Selbstvertretern hat sich nach eingehender Diskussion dafür entschieden.

Der Begriff ist direkt und benennt das Thema des Anlasses klar: Menschen mit Behinderungen und ihre politische Teilhabe. Gleichzeitig knüpft «Behindertensession» an etablierte Begriffe wie das Behindertengleichstellungsgesetz (BehiG) und die Behindertenrechtskonvention (UNO-BRK) an.

Mit dem Namen soll auch die Auseinandersetzung mit Sprache rund um Behinderung angeregt werden.
 


Entspricht 22% der Sitze im Nationalrat
An der Behindertensession nahmen die 44 Teilnehmenden 22% der Sitze des Nationalrats ein. Dies entspricht dem Anteil der Menschen mit Behinderungen an der Schweizer Bevölkerung über 16 Jahren.


Eine oft unterschätzte Zahl
Gut jeder 5. Mensch in der Schweiz lebt mit Behinderungen. Das mag überraschen, denn die Zahl wird oft unterschätzt.Gründe dafür sind, dass Menschen mit Behinderungen leider oft nicht mitten in der Gesellschaft, sondern in Parallelstrukturen leben müssen. Zahlreiche Barrieren erschweren ihre Teilnahme am öffentlichen Leben. Deshalb werden sie im Alltag oft nicht wahrgenommen. Zudem sind viele Behinderungen unsichtbar. Dazu gehören etwa psychische oder kognitive Behinderungen.


Die Grundlage der 22-Prozent-Zahl
Die Zahl basiert auf der Statistik des Bundesamts für Statistik (BFS). Das BFS erfasst Menschen mit Behinderungen anhand ihrer Einschränkungen im Alltag.
Als Menschen mit Behinderungen gelten nach der Definition des Behindertengleichstellungsgesetzes Personen, die ein dauerhaftes Gesundheitsproblem haben und bei Tätigkeiten des normalen Alltagslebens stark oder etwas eingeschränkt sind.
Die Statistik bezieht sich auf Personen ab 16 Jahren, die in Privathaushalten leben. Menschen in Kollektivhaushalten und Institutionen sowie Kinder unter 16 Jahren sind darin nicht enthalten.


Pro Infirmis organisierte die Behindertensession 2026 im Rahmen des Projekts Forum22. Damit verfolgen wir das Ziel, die politische Mitsprache von Menschen mit Behinderungen langfristig zu stärken.


Die Behindertensession ermöglichte Menschen mit Behinderungen, politische Erfahrungen zu sammeln, ihre politischen Kompetenzen zu erweitern und ihre Bekanntheit auszubauen. Gleichzeitig konnten die Parlamentarier und Parlamentarierinnen eigene politische Forderungen und Lösungsvorschläge erarbeiten und diese im Herzen der Schweizer Politik platzieren. Damit wollen sie die Inklusion voranbringen und konkrete Veränderungen anstossen.

Die Organisation der Session umfasste die Vorbereitungen und die Sicherstellung eines barrierefreien Ablaufs. Über die Inhalte und den Ausgang der Session entschieden allein die Parlamentarier und Parlamentarierinnen.
 

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